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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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S o p h r o n.

haben glaube. Ein solcher frcywi'lliger Aussatz wäredas beste exploratoriurn von der Welt: nichts solltedaraus veruntreuet und viel Gutes würde vielleichtdurch wenige Zurechtweisung Key solchem Vertrauenund guter Meynung geschafft werden: denn ich binüberzeugt, in unsrer Zeit kann nichts so sehr bildenoder verderben als gut oder schlecht gewählte Lecküre,und sehr oft wird diese schlecht gewählt, weil mankeine bessere hatte oder wußte. Die Lectüre bestimmtam meisten den Weg eigner Gedanken, eigner Sin-nes - und Schreibart, an dem insonderheit in früher»Jahren ungemein viel liegt. Ein Buch hat oft aufeine ganze Lebenszeit einen Menschen gebildet oderverdorben.

Die Alten liebten die E ol l e ct a n e c n, entwe-der vollständige Auszüge aus Büchern oder Auswahleinzelner Gedanken und Nachrichten. Sie können zumancherlei) Zwecken, auf mancherley Art, angestelltwerden; angestellt aber werden müssen sic, ganz ver-nachlässigt werden können sie in jünger» Jahren kaumohne Schaden. Wie schön ists, wenn man sich auseinem guten Buch vielleicht nur wenige, aber guteSachen und Gedanken, die uns vorzüglich gefielen,ausschrcibt, sie unter Klassen bringt, sie bcy Gelegen-heit zu finden weiß, und sodann in ihnen oft die Ge-schichte unsrer eignen Gedanken und derselben Entwick-lung findet! Ein gutes wohlgeordnetes Buch wirduns in einem Auszuge daraus noch lieber: und wennder Auszug verlvhren würde und wir ihn lebenslangnicht wiedersähen, so ist ein Nutze» davon unverloh-ren, nämlich daß wirs durch den Auszug vielmehrkennen gelernt und gleichsam in unser Mark und Saftverwandelt haben. Ich weiß wohl, daß man zu un-