S o p h r o n.
erster Versuch, der freywillige Wink ihrer Muse,ihnen ein Führer und Wegweiser auf Lebenszeiten.Schon in der Fürstenschule übersetzte Schlegelseine Iphigenie auf Tauris, und arbeitete an seinenersten theatralischen Werken; schon in eben der Schul-pforte machte Klopstock den Entwurf zu seinemgroßen Messias. Der Stempel mögen zwey scyn statttaufend und zehntausend; deren geringsten Theil mankennet, und deren größter Theil immer ungeschütztbleibt. Sehr ausgezeichnete Menschen bilden sich ohneLehrer; es ist aber übel, wenn insonderheit zu rinsrcrZeit sich alles ohne Lehrer bilden und oft nur durchseine Unförmlichkeit ausgezeichnet feyn will. In uns-rer Zeit wird viel gelesen, und ich wcß, daß auchin diesem'Gymnasium viel und vielleicht das meistegelesen wird, außer der Schule. Ob schlimm odergut gelesen wird? ob Schlimmes oder Gutes? Dasist die Frage; und wie kann man dies wissen, wennnichts davon zum Vorschein kommt, wenn der Lehr-ling nicht das Herz hat, seinem Lehrer, was er auchaußer den Stunden liest, woran er Geschmack findet/was er vielleicht nachahmt und sich zum Muster vor-stellt, herzlich heraus zu sagen. Wie angenehm wärees der fürstlichen Schuldeputation, wenn wir am letz-ten Tage des ss.xsrriirris unerwartet kleine Aufsatzeauf dem Tische fanden: ,,das habe ich für mich diesJahr über gelesen? jenes oder dies getrieben? diesnachgcahmt u. f." — oder falls einige junge zarteund scheue Gcmüther auch das Licht einer Deputationscheueren, nur zu mir, dem Aufseher des 0)rr>nusiidas Zutrauen faßten, mir, neben dem explorawrio,einen solchen Aussatz besonders anzuvertraucn, mitder redlichen Anzeige, was man dabey gewonnen zu