S o p h r o n.
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lassen; sic müssen arbeiten, sie müssen wetteifern,und ihre Seelenkrafte üben. Wie dies? Zuerst nichtanders als durch Aufmerksamkeit, aber durch jenegelenkige, rege, vielgestaltige Aufmerksamkeit, die sichjedem Wort, jeder neuen Lektion und Materie, neuund ihr eigen anfchlingr und nicht ablaßt, bis siesie ganz, schön, munter, genau darstcllen kann, so-bald der Lehrer fraget. Ja, wenn er auch nichtfragte, das Bild der Antwort, die Idee ist in derSeele da: diese hat sich an ihr unvermerkt, und
schon wahrend dem Hören, und reinen Erfassen ge-übt und selbst gebildet. O wenn Jünglinge wüßten,wie schön, wie reizend es sey, wenn sie sich in die-ser liebenswürdigen Gestalt zeigen! wenn auf eineFrage, ja nur auf den leichten Wink einer Frage,die Antwort, leicht, jugendlich, klar, wohlgcbildctin Gedanken und Worten, als ein schöner Abdruckihrer Seele ohne Mühe hervortritt, und wie eine be-scheidene Minerva dasteht! Wüßten sie, was fürein gutes Vorurtheil - man kueraus für ihre Seele,für ihre Neigung und Brauchbarkeit, für ihr Herzund ihre Hoffnungen faßt: wie würden sic wetteifern,wie würden sie sich in der Stille bestreben, zwang-los, schön, rein und klar zu antworten, mit einerschönen Stimme auch eine schöne Seele tönen undauch heut ein frohes, ein des Ruhms gewisses unddennoch stilles, bescheidnes Angesicht zu zeigen! DasN a c h sc h r e ib c n aus dem Munde des Lehrerstragt zu dieser Gedankenübung, zu dieser Bildungschöner und fertiger Antworten viel bey. Man lerntLabey, was man schreiben und nicht schreiben dürfe,lernt, einen fließenden Vortrag auf feine Hauptsätzezurückbringen, und in die kürzeste, schönste Bcmer-