Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

S o p h r o n.

21

herrlichen Schloß der Ehre an dem Ende des We-ges zeigte, und ihr sie lieb gewinnet vor aller süß-duftenden, leichtbekleideten, aber zum Verderben ab-führenden Wollust und Thorheit. Auch hier heißts:gehet ein durch die enge Pforte! denn die Pfortezur Brauchbarkeit, zur Würde, zur Unsterblichkeitist enge und der Weg ist schmal, auch wenige sindes, die ihn finden. Aber die Pforte der Wollust,Ueppigkeit, der Modestudicn und leichten Methode istweit, und der sind viele, die darauf wandeln; aberer führt in den Abgrund. Wer im Frühling nichtsät, kann im Herbst nicht ernten: wer in der Ju-gend sich nicht mühet und übet, mit Wissenschaften,Sprachen, Schwierigkeiten, Hindernisse kämpft undüber alle sieget, der wird in den Jahren der Ehrenicht gekrönt, und in den Jahren der Ruhe wird erverachtet. Auf, also! zeigt auch jetzt durch eureAntworten, durch die gute, freudige Rechenschaft,die ihr gebet, daß unser 0)'innasiuni,siuin, d. i. ein Uebungsplatz sey, wo wohlbe-gabte, edle, tüchtige Jünglinge in Fleiß wetteifern,und von Thorheit und Ueppigkeit fern auch jetzt nachKränzen des^Lobes und der Liebe ihrer Lehrer undVorgesetzten ringen. Gott segne das 6)'ninasiurnund alle guten Blüthcn desselben: er segne auch diesePrüfung zu seiner und unsrer Freude.