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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

lassen, mit meinem jugendlichen Bildniß vor demBuche. Als ich drcyzehn Jahr alt war, schicktemich mein Bormund nach Genf. Damals las ichdie Nabbinen geläufig ohne Punkte, ich las sie, sowie auch das Griechische und Lateinische in französi-scher Uebersetzung vor, ohne den Text vorher vorzu-lesen; und doch wurde ich zu Genf wieder ins Col-legium gethan, weil ich einige Dialekte des Pinda-rus nicht gut erklärt hatte." So erzählt d'Au-^big ne, und daß dergleichen Excmpel von frühemFleiß und außerordentlichen Fortkommen in der Phi-lologie damals im scchszehnten und siebenzchntenJahrhundert nichts außerordentliches, nichts wun-derbares gewesen, weiß jeder, der die Geschichte die-ser Zeit, ihres großen Fleißes in Sprachen, desRufs dieser Studien noch auf Akademien, des Werthsund der Hochachtung, in der damals die Schulenund Schulstudien standen, endlich die Werke, zumTheil die frühen Werke ekner Reihe Gelehrten ken-net, die, wenn sie in unsrer Zeit lebten, auch kaumseyn würden, was sie damals waren und wurden.Vielleicht auch hingerissen von früher Ueppigkeit,Wollust, Spiel, übler Gesellschaft, oder von Mode-studicn, Modeergötzlichkeiten und Modemethoden,waren sie auch geworden, was so manche gute Kö-pfe jetzt sind, die frühe blühten und bald verdorr-ten, Quellen geworden, die nicht mehr strömenkonnten, weil ihr Wasser in herrlichen Kaskadenaufgefangen wird, in die Lust steigt, und in seineignes Becken traurig zurückfällt.

O Jünglinge, daß keiner von Euch in dieserZahl wäre! O daß Euch früh die Göttin der Weis-heit erschiene, und Euch ihren rauhen Pfad mit dem