sich. Eine Grammatik muß der -Mensch lernen',denn Grammatik ist Philosophie der Sprache unddie Sprache ist ja der Umfang aller menschlichenBegriffe; an je einer vollkommenen:, ausgebildeternSprache man also Grammatik, d. i. eine Logik undPhilosophie der menschlichen Vernunft lerne; destobester lernt man sie, und behalt an ihr ein Modellfür Ordnung, Genauigkeit und Klarheit der Begrif-fe im Kopfe für alle andern Wissenschaften, Spra-chen und Künsten. Ein Mensch, der in seinem Le-ben keine Grammatik gelernt hat, lernt sein Lebendurch nicht genau, wenigstens nicht sicher sprechenund schreiben: er irret in Ungewißheit umher, undhat kein Leikseil im großen Labyrinth der Sprachenund Worte. Drusius, der große Philolog, nann-te die Theologie selbst eine Zrsinmaticurrn ckivinairi,und Geßner wendet auf sie an , was Luther vonder Theologie sagte; sic rächt sich an ihren Veräch-tern. Sie rächt sich wahrlich auch an dem, der mitihr tändelt, und so rächen sich alle Wissenschaftenund Künste an dem, der sie auf zu leicht spielendeArt zu fassen Lust hat. In der Natur und im Ler-nen wachsen die Rosen unter Dornen: nur'auf die-sen pflückt man sie. Durchs Lernen, durchsschwere Lernen, durchs mühsame, ganze Erfas-sen, üben wir uns, wir bekommen Stärke und Lustmchreres zu fassen, schwereres zu lernen; da hinge-gen ein Mensch, der sich nie zum aaxtu der Wis-senschaft erhebt, sondern dem die Wissenschaftimmer aä curptuin gemacht, d. i. wie Honigund Brey um den Mund des kranken Säuglingsgeschmiert werden soll, auch nie gesund, niestark werden wird in Begriffen und Scelcnkräften.Herders Wecke z. Ml. u.Gesch. XII. B 5cMo».
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