S o p h r o n. »F
kann man sehen, und wo Ordnung ist, kann manüberschauen und finden.
Ich wünschte, daß ich in diesem Ton fortfah-ren könnte, und nicht zugleich von mancherlei) Ver-besserungen der Lehrmethode im Unterricht der Wis-senschaften reden müßte, die mir keine Verbesserungscheinen, r. Hat man das Licht und die Ordnung,deren sich unsre Zeit mit Recht in den meisten Wis-senschaften freuen kann, so weil ausgebrcitet, daßalles gleich Licht und noch mehr gleich leichtund faßlich, ja für alle gleich leicht und faß-lich seyn soll — und diese lichte, leichte Methode iwuruin äel^Irinoruni asvi nostri ist, dünkt mich,sowohl der Natur der Wissenschaften an sich, alsder Natur unsrer Seele und der so mancherleymenschlichen Scelenkrafte, endlich auch wirklich demZweck und Nutzen entgegen, den man von Erlernungder Wissenschaft haben soll. So wie alles in derWelt nicht gleich licht ist; so kann auch nicht allesin der Wissenschaft seyn, und wer Licht hinein-lügt, wo keins ist, wer Faßlichkeit hineinlügt, wosie nicht ist; ist Gaukler, nicht Lehrer. — JedeWissenschaft hat ihre eigne Methode, und wer Einein die andre hinübertragt, machrs oft nicht klüger,als wer in der Luft schwimmen, im Wasser säenund ackern will. Strenge Wahrheiten der Metaphy-sik, Physik, Mathematik in Gespräche oder in dieLichtung eines Romans kleiden, ist meistens nichtziemender und anständiger, als in den scholastischenZeiten eine romanbafte Mathematik, Physik undMetaphysik selbst war. Es ist gar nicht gleich viel,eine leichte Geschichte dieser,Wissenschaften und ihrerLehrsätze, etwa Anekdoten von ihrer Erfindung und