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S o p h r o n.
den andern, und am meisten ist aus den Streitig-keiten der Kritiker, wo jeder seine Meynung aufsschärfste vertheidigte, wie sie vertheidigt werden konn-te, eine Gewißheit und ein Licht erwachsen, wie siebey Sachen solcher Art nur seyn können. Der Schü-ler wird eine Menge unnützer Schalen überhoben,an denen andre Zeiten noch kauen mußten und ge-nießt den Kern: statt unnützer Streitigkeiten suchtman die allen, die größten Schriftsteller der Welt,mit Geschmack und was noch mehr ist, mit Ver-stand zu lesen, sie anzuwenden, sie zu verdauen.Selbst in der Theologie, als philologische Wissen-schaft betrachtet, ist man über mancherley unnützeStreitigkeiten hinweg, der Schüler darf mit einerReihe nutzloser Distinctionen verschont werden, de-ren Veranlassung und Gebrauch in andern, dunklcrnZeiten war. Die Hülfsmittel der sogenannten heili-gen Sprachen sind, auch aus den weltlichen Schrift-stellern, erweitert: man liefet und erklärt die Bibel,wie man ein andres Buch erkläret und durch einenNeidlosen, mildern Anblick, durch einen allgemeinemund, wenn ich so sagen darf, menschlichem Gesichts-punkt, durch Entfernung der Mystik und der Pole-mik , wo beyde nicht hingehören, wird auch hier indiesen steilen, vielgetheilten Pfaden, (viele Irrwegeund Abweichungen nicht vertheidigt) mit der Zeitein ebnerer Weg bereitet. Das Alles fließt in dieMethode ein, erleichtert, befestigt, erläutert, bewährtsie: je mehr in einer Wissenschaft das Helle vomDunkeln, das Wahre vom Falschen, das Nützlichevom Entbehrlichen, gesondert ist, desto besser ist dieWissenschaft zu lehren, desto leichter,- angenehmerund nützlicher ist sie zu lernen: denn wo Licht ist,