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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

Verbesserungen auf Erden läuft mit aus - und ent-springenden Winkeln: hier reißt er ab, dort setzt

er zu.

Es ist wohl nicht zu läugnen, daß, wo ineinem Zeitalter die Wissenschaften selbst einenHähern Grad von Vollkommenheit gewinnen, ebendamit auch die Lchrart verbessert werde, in der sieandern beygebracht werden. Zu der Zeit, da dieNaturlehre nichts als ein Namenregister von Abstrak-tionen und verborgenen Qualitäten war; konnte sieauch nicht anders, als ein solches, gelehrt undgelernt werden; sie ward also schlecht gclcrnet. Manraisonnirce über viele Dinge, die cs in der Naturgar nicht gab; stritt über sie nach angenommenenFormeln und Distinktionen: Erfahrungen, Versuchewaren verbannt; so war die Lehrmethode, was dieWissenschaft selbst war, Spinnweb. Es fällt insAuge, daß, nachdem über zwey Jahrhunderte her,diese Wissenschaft und die Mathematik ihre Schwe-ster, besser gebauct und aus den Kerkern der Scho-lastik ins Licht der Erfahrungen gezogen worden,man in ihr mit ungleich geringerer Mühe sichere,reichere, gewisse Wahrheiten lernen kann, als manes einst konnte. Die Versuche liegen vor aller Weltda: die Lehrsätze, die darauf gcbauet werden, sindentweder unmittelbare Axiome, oder wo sie sich inFolgerungen verlaufen, ists dieser edcln WissenschaftArt, sogleich den Grad von Gewißheit anzugeben,in dem man sie anzunehmen habe; in ihr also undder Mathematik, darf man also Gottlob! keine Lü-gen lernen: man kann eine Reihe Heller Wahrheitenauf die kürzeste, leichteste Art fassen, und die Ver-lvsscrung saget gewiß viel.