S o p h r o n.
S
manns. Stadt und Vaterland hebt zu Dir dieHände auf, Pflanzort junger Gemüther, früherSitten und Gesinnungen, Schule! bist du verloren,so ist Alles verloren, denn aus dir müssen demStaate neue, bessere Bürger kommen. Wenn du derKirche verwilderte Zweige gibst; wer wird, wer kanndie alten harten Aeste beugen? wenn du den Stan-den und der Akademie, den Kanzeln und Richter-stühlen Ganse gibst, was wird man von ihnen an-ders als Gänsegeschrey hören? Wenn schon in dirGrundsätze der Jrrcligion, Freygeisterey, Verachtungder Bibel und guter Exempcl anfangen und im Dun-keln herrschen; wer wird, wer kann sie ausrotten?wohin werden nicht auf dem wilden Acker der Weltihre frechen Zweige und Wurzeln laufen? Mit auf-gehobnen Händen steht also das Vaterland, das seinWeh hie und da im Innern fühlet, aber ihm nichtabzuhelfen weiß, es steht und flehet Dir, Schule!Es fordert von Dir, die es dir anvertraute, seinejungen Sprossen und Blüthcn! Noch sind ihre See-len weich, noch sind sie vielleicht nur halb verdorben:vielleicht, daß cs Dir gelingt, sie dem herrschendenStrom zu entreißen und sie ihm, sie ihnen selbst zuretten. Vielleicht daß es Dir gelingt, ihnen bessereGesinnungen einzupflanzen, als die sie zu Hause,die sie in Geschäften und Ständen meistens handelnsehen! ihnen durch strenge Uebung des süßen Fleißesund der süßen Tugend Nerven gegen die Ucppigkcitund eine stählerne Brust gegen herrschende Schandeund Laster zu geben! Der Himmel segne dich, wenndu sie gibst, wenn du unter zerfallenden Trümmern,wo unter altem faulenden Staube oft elend Gewürmkriecht, einen schönen Tempel der Nachwelt unbe-