S o p h r o n.
dem er sich entfernt hat, und von Tropfen schließeman aufs Meer, von Einem Schüler auf Alle. Sowie sich in gulen Anstalten der Geist und die Seeleihres Stifters oft Jahrhunderte fortlebt und manviele Beyspiele hat, daß selbst Faule und Böse, wennsie in solche Anstalten traten, vom Geist des Urhe-bers und Instituts eingesteckt wurden und ihre alteNatur ablegten: so gehts leider auch, wenn Einmalein böser Geist in guten Anstalten herrscht. Er istschwer oder gar nicht zu vertreiben, und kommt oftmit sieben, die arger als er sind, wieder. Sodannwehe dir, Jugend! wehe dir, einzelner guter Arbei-^ ter, der vergebens gegen den Strom schwimmt undin der See wilder Mecreswogen ackert und pflüget!Du verzehrest deine Kräfte: einzelne Gute (denn dasGute ist nie ohne Wirkung) werden dics danken:der große Troß aber geht seinen gewohnten Jrrgang:fahrt seinen Gesellen nach und sieht das Licht nim-mermehr.
Wie nöthig ist also auch in dieser Absicht:xrinnixüs obstu! Böse Sitten in einer Schulesind ein fressendes Geschwür, das unter der Hautzehrt, Krebs an jedem hinzukommenden neuen nochgesunden und lebendigen Gliede. Was ist leichterzu verführen, als die Jugend? was pflanzt sichleichter fort, als das Böse? Man ziehts gleichsammit dem Auge, man saugts mit dem Athem ein:die wächserne Jugend nimmt Gestalt an, ehe sie esweiß und fast will. Und ach, Gestalt auf die ganzeZeit des Lebens! Jugendjahre lassen sich nicht zu-rückrufen, sic lassen sich aber auch selten oder spätzurückbilden: cguo serriel est irnkniu stc. sagt dasSprüchwort und wie mancher Greis hat in seinem