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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
383
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ohne Scheidcmauern durch sie hinzuziehen. Laß michnoch das dritte hinzufügen. Nicht genug, daß diebürgerliche Gesellschaft die Menschen in VerschiedeneVölker und Religionen theilet und trennet. Diese Tren-nung in wenige große Theile, deren jcdcr-füc sich einGanzes wäre, wäre doch immer noch besser als garkein Ganzes. Nein; die bürgerliche Gesellschaftsetzt ihre Trennung auch in jedem dieser Theile gleich-sam bis ins Unendliche fort.

Ich. Wie so?

Er. Oder meynst du, daß ein Staat sich ohneVerschiedenheit von S t ä n d e n denken läßt? Er seygut oder schlecht, der Vollkommenheit mehr oder we-niger nahe; ohnmöglich können alle Glieder unter sichdas nämliche Vcrhältniß haben. Wenn sie auchalle an der Gesetzgebung Antheil hakten; so könnensie doch nicht gleichen Antheil haben, wenigstensnicht gleich unmittelbaren Antheil. Es wird alsovornehmere und geringere Glieder geben. WennAnfangs auch alle Besitzungen des Staats unter siegleich vertheilet worden: so kann diese gleiche Verlhei-lung doch keine zwei Mcnschcnalter bestehen. Es wirdbald reichere und ärmere Glieder geben. ,

Ich. Das versteht sich.

Er. Nun überlege, wie viel Uebcl es in derWelt wohl giebt, die in dieser Verschiedenheit derStande ihren Grund nicht hätten.

Ich. Wenn ich dir doch widersprechen könnte!Aber was willst du damit? Mir das bürgerliche Le-ben dadurch verleiden? Mich wünschen machen, daß