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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
382
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38s ll. Briefe zu Beförderung

Bedürfnisse und Befriedigungen, folglich ganz ver-schiedene Gewohnheiten und Silken, folglich ganzverschiedene Sittenlehren, folglich ganz verschiedeneReligionen beiden?

I c h. Das ist ein gcwnltiger Schritt.

Er. Hätten sie das; so würden sie auch, siemöchten heißen, wie sie wollten, sich unter cinnndernicht anders verhalten, als sich unsre (Christen undJuden und Türken von jeher unter einander verhal-ten haben. Nicht als bloße Menschen gegenbloße Menschen; sondern als solche Menschengegen sülche Menschen, die sich einen gewissengeistigen Vorzug gegen einander streitig machen, unddarauf Rechte gründen, die dem natürlichen Men-schen nimmermehr cinfallen könnten.

Ich. Allenfalls dachte ich doch, so wie du an-genommen hast, daß alle.Staaten einerlei Verfassunghatten , daß sie auch wohl alle Einerlei Religion ha-ben könnten. Ja ich begreife nicht, wie EinerleiStaatsverfassung ohne Einerlei Religion auch mög-lich ist.

Er. Ich eben so wenig. Auch nahm ich jenesnur an, um dir deine Ausflucht abzuschneiden. Ei-nes ist zuverlässig eben so unmöglich, als das andre.Ein Staat, mehrere Staaten. Mehrere Staaten,mehrere Staatsverfassungen. Mehrere Staatsver-fassungen, mehrere Religionen. Nun sieh da dasweite Unheil, welches die bürgerliche Gesellschaftganz ihrer Absicht entgegen verursacht. Sie kann dieMenschen nicht vereinigen, ohne sie zu trennen; nichttrennen, ohne Klüfte zwischen ihnen zu befestigen,