Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
352
Einzelbild herunterladen
 

352 II. Briefe zu Beförderung

Wucher, Geiz, Muthwille des Adels, Bürgers,Bauers und aller Stände so sollten bleiben und zu-nebmen; cs behielte zuletzt der arme Mann keineRinde vom Brot im Hause, und möchte lieber oderia so gern unter de» Türken sitzen, als unter solchenChristen. Es stellen und zieren sich fast der mehrereTheil des Adels so lästerlich und so schändlich, daßsie damit dem gemeinen Mann böses Blut und argenWahn machen, als sei der ganze Adel durch unddurch kein Nutze."

Woher werden Tyrannen? Weil sie ihrVertrauen auf ihre Macht setzen. Alle Welttreffenhaben geklagt über die Beschwerung, so im Regi-ment ist; und daher pflegen auch die Tyrannen zukommen, welche, wenn sie sehen, daß ihre Rath-schlägc und ihr Thun, das alles sehr sein verordnet,keinen Fortgang oder Glück haben, oder daß ihnenandre Widerstand thun, so werden sie gar toll undunsinnig, und werden aus frommen Fürsten Tyran-nen , die mit Gewalt und andrer Leute Schaden,(welche sic meynen daß sie ihnen im Wege liegen,)sich unterstehen, hindurchzubrechen und damit ihre Ge-walt zu erhalten: denn cs sind nicht tapfere Helden,die sich selbst zwingen könnten, sondern hangen undfolgen ihren Begierden nach."

'Also werden auch zur Zeit des Antichristsetliche seyn, welche so genau auf den Frommen Ach-tung geben werden, ob er etwas aus Unvorsichtigkeitrede oder thuc, das sie entweder mit Gewalt odermit List können verdrehen, oder gewaltsamer Weiseauf so einen Verstand ziehe», der wider den heiligenSitz der Bestie sey, damit sie alsobald nach Gewohnheit

unsrer