der Humanität.
33g
seine Elemente beseelet, was Leben in sich halt undLeben erwecket, Kräfte an sich zieht und Kräfte fort-pflanzet. In den ältesten Sprachen also ist Geistder Ausdruck unsichtbarer strebender Gewalt; dage-gen Leib, Fleisch, Körper, Leichnamentweder die Bezeichnung todter Trägheit, oder einerorganischen Wohnung, eines Werkzeuges, das dereinwohncnde Geist als ein mächtiger Künstler ge-brauchet.
Die Zeit ist ein Gcdankenbild nachfolgender, ineinander verketteter Zustände; sie ist ein Maas derDinge nach der Folge unsrer Gedanken; die Dingeselbst sind ihr gemessener Inhalt.
Geist der Zeiten hieße also die Summe derGedanken, Gesinnungen, Anstrebungen, Triebe undlebendigen Kräfte, die in einem bestimmten Fortlaufder Dinge mit gegebnen Ursachen und Wirkungen sichäußern. Die Elemente der Begebenheiten sehen wirnie; wir bemerken blos ihre Erscheinungen, und ord-nen uns ihre Gestalten in einer wahrgcnommenenVerbindung.
Wollen wir also vom Geist unsrer Zeitreden; so müssen wir erst bestimmen, was unsreZeit sei, welchen Umfang wir ihr geben können undmögen. Auf unsrer runden Erde existiren auf ein-mal alle Zeiten, alle Stunden des Tages und Jah-res, vielleicht auch alle Zustände des menschlichenGeschlechts ; wenigstens können wir vvraussetzen, daßsie existirt haben und existiren werden. Alle Mo-disicationen wechseln auf ihr, haben gewechselt undwerden wechseln, nachdem der Strom der Begebenhei-ten langsamer oder schneller die Wellen treibet.
Y 2