333 II. Briefe zu Beförderung
„Hat man Schriften über den Geist der Zeiten?"Das weiß ich nicht; am besten lernt man ihn ausGeschichten, die im Geist ihrer Zeiten geschriebensind und aus der Erfahrung kennen, wo Eins dasAndre erläutert. Ohne nachdenkende Erfahrung ver-steht man die Bücher nicht; diese wiederum machenuns auf den lebendigen Geist der Zeiten aufmerksam.Das Rad rollet fort, ist immer dasselbe, und zeigtimmer eine andre Seite.
„Geist der Zeiten, ist er der Genius der Huma-nität selbst; oder dessen Freund, Vorbote, Diener?"Ich wollte, daß er das Erste wäre, glaube es abernicht; das Letzte hoffe ich nicht nur, sondern bindessen fast gewiß. Daß er ein Freund, einVorbote, ein Diener der Human, ratwerde, wollen auch wir an unserm unmerklich kleinenTheile befördern.
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Schwerlich wird unser Freund mit der rathfel-haften Auflösung seines Räthfcls befriediget seyn;also darf ich in einem offener», wenn auch etwasschwereren Tone forlfahren.
Was Geist ist, läßt sich nicht beschreiben, nichtzeichnen, nicht mahlen; aber empfinden läffet es sich,cS äußert sich durch Worte, Bewegungen, durch An-stccbrn, Kraft und Wirkung. In der sinnlichenWelt unterscheiden wir Geist vom Körper, und eig-nen Jenem alles das zu, was den Körper bis auf