neuen Dichter hören, zuerst und vor erlern ein Wortdes Herzens zum Herzen, einen Laut der allgemei-nen Stimme, des Wunsches und Strebcns der Na-tionen, den Hauch und Nachklang des mächtigenZeitgeistes.
Der göttliche Mund der Muse ist in aller Weltgepriesen. Sie darf Dinge sagen, die die Prose nichtzu sagen wagt, und flößet sie unvermerkt in Herzund Seele. Gab sie der Fabel einst jenen lieblichenTon, jene Süßigkeit, nach welcher wir auch nachJahrtausenden noch, wie nach einer Erquickung leck-zen; wie? und sie sollte der auf uns dringendenWahrheit wenigstens einen gefälligen Anzug, eineeinladende Gestalt nicht zu geben vermögen?
Oft beunruhigen mich in meiner Einsamkeit dieSchatten jener alten mächtigen Dichter und Weisen.Jesaias, Pindar, Alcaus, Aeschplus stehen als ge-waffnete Männer vor mir, und fragen: „was wür-den wir in euren Zeiten gedacht, gesagt, gethanbaden?" Luthers edler Schatte schließet sich an siean, und wenn die Erscheinung vorüber ist, finde ichum mich Dede,
Gewiß, meine Freunde, wir wollen auf Allesmerken, was uns der göttliche Bote, di? Zeit, dar-beut. Keiner ihrer cdeln Laute soll uns entschlüpfen.
Glauben Sic nicht, daß ich damit die armseligeZunft jcner Tyranncnbandiger und Regentenwürgerzurückwünsche, die vor einigen Jahren ihre Wukhausließ. Es war Geschrei, darum ists verhallet;ein Nachklang ohne Kraft und Wesen. Die wahreMuse ist sittsam; Isws consiliurw et cial et rlato