276 II. Briefe zu Beförderung
Doch die Seite des Verstandes ists nicht allein,in Absicht welcher ich Deutschland einen gemeinsamenZusammenhang wünschte; vielmehr ists die Seite desCharakters, der Entschlüsse, der Unternehmung. Wirwissen alle, daß die Deutschen vdn jeher mehr gcthan,als von sich reden gemacht haben; das thun sie auchnoch. In jeder Provinz Deutschlands leben Män-ner, die ohne französische Eitelkeit, ohne englischenGlanz, gehorsam, oft leidend, Dinge thun, derenAnblick jedermann schönen und großen Muth cin-spräche, wenn sie bekannt wären. Deii^i vollendswünsche ich keinen Hof, keine Hauptstadt; einenAltar der Bicdertreue wünsche ich Ihnen,an dcm sie sich mit Geist und Herzen versammeln.Er kann nur im Geist epistircn, d. i. in Schriften;und, 0 daß ausgezeichnet vor allen eine solche Schriftda wäre! An ihr würden sich Seelen entflammenund Herzen stärken. Der Deutsche Namen, denjetzt viele Nationen gering zu halten sich anmaßen,würde vielleicht als der erste Name Europa's erschei-nen , ohne Geräusch, ohne Anmaßung, nur in sichselbst stark, fest und groß.
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Wir sind darüber einig , daß wenn Ein großerName auf Europa mächtig gewirkt hat, es Fried-rich gewesen. Als er starb, schien ein hoher Ge-nius die Erde verlassen zu haben; Freunde und Feindeseines Ruhms standen gerrchrt; es war, als ob er