268 II. Briefe zu Beförderung
betrachten, uns ihres Lebens, ihres auch nach demHingange noch fortwirkenden Lebens freuen, undeben deshalb ihr bleibendes Verdienst dankbar fürdie Nachwelt aufzeichncn. Hiemic verwandelt sichauf einmal das Nekrologium in ein Athanafium,in ein M nc m ei o n; sie sind nicyt gestor-ben, unsre Wohlthätcr und Freunde: denn ihre
Seelen, ihre Verdienste ums Menschengeschlecht, ihrAndenken lebet.
Damit veränderte sich auch der Entwurf diesesBuches, und gewiß zu seinem Vorkheil, wenn an-ders der Entwurf auszuführen wäre.
r. Nur deren Leben gehörte in diese Sammlung,die zum Besten der Menschheit wirk-lich beigetragen haben; und es wäreHauptblick des Erzählers, wie sie dies thaten? wiesie die wurden, die sie waren? womit sie zu käm-pfen, was sie zu überwinden hatten? wie weit sie'sbrachten und was sie andern zu thun nachließen?endlich wie sie ihr Geschäft, das Werk ihres Lebens,selbst ansahn? Eine treue Erzählung hievon, womöglich aus dem Munde, oder den Schriften derEntschlafenen, oder von denen, die sie nahe gekanntund bemerkt haben, wäre wie eine Stimme ausdem Grabe, wie ein Testament des Verstorbnenüber sein eigenstes Eigcnthum, über seinen edelstenNachlaß.
2. Hieraus folgte, daß bei Männern der Wis-senschaft man sich nothwendig auf den Werthund die Wirkung ihrer Schriften, beirhätigen Geschäftsmännern auf den Beruf einlassen