n3o I. Unternehmungen d. vcrgang. Jahrhunderts
glückliche Zeit der französischen Revolution, das da-mals wüthende gelbe Fieber des I n d ep e n den t i s-mus, zu dem sich die kritische Himmelsstür-merei gesellte, hat eine Menge schöner Talente vomWege gebracht; noch dauret in ihren Köpfen dieRevolution fort und wird dauren. Was bei T o-land, der in ähnlichen Zeiten traf, und bei meh-reren Freidenkern Englands angemerkt worden, giltvon diesen Armen. Langsam wird die Zeit, vereintmit dem Mangel, ihre früh cmpfangne tiefeWunde heilen.
„Wie aber? steht nicht Jedem die Wahl seinerLebensart, so wie die Aeußerung seiner Gedanken,mündlich öder schriftlich, gedruckt oder geschrieben,frei?" Immerhin! In Deutschland vollends sindVerbot oder Interdikte darüber fast unkraftig: dennwas nicht hier, wird anderswo gedruckt, und findetzuletzt jenseit des Rheins seinen Verleger. Wie aberdie Gesellschaft fodern darf und fodert, daß man auchmündlich nicht zu Jedem und überall aufgleiche Art spreche: so hat das Publikum, dasgedruckte Schriften lesen soll, auch seine Rechte, mit-hin der Staat, der diese handhaben und vertretensoll, auch seine Pflicht. Er hat ein Mittel in derHand, das wirksamer seyn kann, als alle Censurund Verbannung; es ist — die Kritik. DieKritik gehört dem Staate.
„Die Kritik dem Staate?" Keinem andern;nur durch seine Verständigsten übe Er sie aus.
Was will das Privilegium sagen, daß zu ei-nem Tribunal der Kritik einem Verleger