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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
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2»4 I- Unternehmungen d. «ergänz. Jahrhunderts

selbst verworren, dann schwach, und folgt zuletzt sei-nem hochbeseelten, stark-begeisterten Leiter. Wietraurige Geständnisse hatten wir, wenn bei reiferenJahren Mancher aufrichtig bekennen wollte, wievielseiner Jugendkrafte, von falschem Enthusiasmus ge-leitet, an wesenlose oder unwürdige Gegenstände ver-schwendet worden! Indessen erlischt das Feuer derJugend und das Herz bleibc zurück; eine ausge-brannte, leere Höhle. Sie glanzt nicht mehr, ge-schweige daß sie warme und anfcurc; sie rauchet.Eine böse Psychologie liegt der gemeinen Pieti-sterei zum Grunde; und wie ärmlich wird sie an-gewandt! Im gleißenden Stolz sowohl als in glei-ßender Bescheidenheit gleich ärmlich, im frommenBetrüge aber abscheulich.

Weise und gut hat es also die Vorsehung geord-net, daß den zu warmen meistens kalte Gemüths-arken gegenüberstehen, die ihr Feuer dämpfen odermildern. In der politischen Welt, wie in der ge-lehrten und Kirchcngeschichte sind den Fanatikern undEnthusiasten die Jndifferentisten und Gallionisten im-mer zur Seite.Gallion, heißt es, nahm> ichs nicht a n." So schmerzlich dem Enthusia-sten diese Gleichgültigkeit seines Gegners oft mitRecht ist: so unentbehrlich ist sie dem Ganzen. Auchim Reiche der Geister muß ein Gleichgewicht,ein Bernden auf dem S ch werp u nk t statt-findcn; oder Alles flöge wie Strohfeuer aus einan-der. Der zögernde Fabius rettete Rom; oft hatEin Mann den sichern Gang der Sache, oder dieWohlfahrt des Staats in einer Rathsversammlungbrausender Enthusiasten gerettet durch Kälte.