»8u I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts
wie sie Kirchen zu bauen fanden. Ihre Regierung *)war ordentlich; wo sie sich wegen eines Baues, (wo-zu die Frömmigkeit der Völker häufige Gelegenheitgab) niedcrließen, schlugen sie auf Hügeln ein Lagerauf. Ihre Regierung führte ein Oberaufseher undallemal der zehnte Mann wurde ein Lberaufseher **)genannt, der neun unrer sich hatte. Die benachbar-ten Edelleute gaben ihnen aus Barmherzigkeit oderaus Bewegungen der Buße, Materialien und Fuhr-werk. Diejenigen, welche in den Urkunden die ge-nauen Rechnungen der Unkosten, einiger unsrer Ka-thedralkirchcn von 400 Jahren her gesehen haben,müssen ihre Einrichtung sehr schätzen und sich verwun-dern, wie geschwind sie so hohe Gebäude aufgeführthaben. In der Lhat, die größte Höhe hielten siefür die größte Pracht. Man brauchte wenig Ma-schinen ; sie trugen , was ein Mensch auf einer Leiteroder auf seinem Rücken fortbringen kann, von Ge-rüst zu Gerüst, ob sie gleich auch zuweilen Rollenund Räder hakten. Da sie von den Zierachen obenan den Säulen keine Liebhaber waren, so war es ih-nen leicht, in einer großen Höhe Stein auf Steinzu setzen; daher besteht die Pracht ihrer Gebäude inZinnen und Lhürmen. Sie bedienten sich scharfge-spitzter Bogen, welche sich mit wenigem Eentro er-hoben. Dies erforderte leichtere Bindesteine undweniger Falzung: und doch trugen, sie eine andreReihe von doppelten Bogen, die von dem Bindestein
*) Vielleicht Verfassung, Einrichtung.
**) Vielleicht Aufseher. Die Titille scheint ungenauübersetzt.