zu Beförderung eines geistigen Reiches. 171
nicht ausgesprochen seyn will, das aber die Gesellschaftselbst bezeuget.
Horst. Entweder Du bist selbst ein Frei-maurer, Faust, oder — Hast Du etwa einen Zipfelvon deines Vorfahren Mantel?
Faust. Den Ihr Beide habt, wenn Ihraufmeckcn wollt auf das, was Jedermann bekanntist, was auch Ihr sehet und Hörer. Sagen die Frei-maurer nicht selbst, daß sie mit Religion und Po-litik nichts zu schaffen haben? Nun dann! Vongeistigen Zwecken, die man einer solchen Gesellschaftimmer doch zutrauen muß, wenn sie nicht bloß zuGastereien oder zu Kindereien zusammen kommensoll, von geistigen Zwecken was bleibt ihr übrig?
Linda. Darauf Ware die Antwort nicht schwer:reinmenschliche Beziehungen und Pflichten. So-bald sie in die Religion oder Politik einschlagen, ge-hörten sie der Kirche oder dem Staat und waren nichtmehr Freimaurerpflichten.
Faust. Linda, wenn ich ein Maurer wäre,reichte ich dir die Handschuhe. Religiöse und bür-gerliche oder Staatsbezichungen rein ab- und aus-geschlossen, was bleibt dem denkenden und thatigenMenschen, was bleibt einer bauenden Gesellschaftübrig, als der Bau der Menschheit? Eingroßes Werk, ein schönes Unternehmen! Alle blosbürgerliche Zwecke engen den Gesichtskreis, wie Les-sinq vortrefflich gezeigt hat; von ihnen rein ab-strahirend steht man auf einem freien und großenFelde. Vielleicht nennen sie sich darum Frei-maurer.