^7« I. Unternehmungen d> vergang. Jahrhunderts
Lin da. Gegcntheils müßte es eine interessanteGeschichte geben, wie sie sich zu einer so ausgezeich-neten, durch alle Lander verbreiteten Gesellschaft em-porgeschwungen haben. Ich wäre neugierig, einesolche Geschichte zu lesen und von außen wenigstensdas Schloß der Geheimnisse zu schauen, zu dessenJnnerm ich nicht gelangen kann. Es wäre mir lie-ber als manche geheim» Burg unsrer neuen Romane.
Faust. Lessing, in der Zueignung seinesErnst und Falk, sagt. ,,Auch ich war an derQuelle der Wahrheit und schöpfte. Das Volk lechzetschon lange und vergehet vor Durst."
Horst. Mir soll cs lieb seyn, wenn sich einBruder fände, der der Gesellschaft diesen Dienstleistete.
Faust. Ein Ehrliebender, redlicher Bruder,dabei ein genauer, ein kritischer Kenner der Geschichte.Ihn schmerze das Jrrsaal der Menge und der aufseine Gesellschaft geworfene Schimpf des Truges unddes Betruges. L e s s i n g und andre stehen da,rathseln über die Geschichte der Masoney; unddie Gesellschaft schweiget. Sind Männer wie Les-sing denn keiner Antwort, keiner Berichtigungwerth? zumal da, wie ich glaube, das Geheimnißder Gesellschaft langst bekannt und ihre Geschichtenur ein Familiengehcimniß ist —
Linda. Ihr Geheimniß langst bekannt? Dumachst mich aufmerksam, Faust.
Horst. Mich nicht minder.
Fans t. Es ist, wie Lessing sagt, ein Ge-heimmß, das sich nicht aussprechen laßt, das auch