Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

zu Beförderung eines geistigen Reiches.

dem Juden - und Christenkinder nach Einerlei Grund-sätzen der Moral und Wissenschaft erzogen werden,(von Religionsgebräucheu ist nicht die Rede) lernensie einander kennen und achten, vergessen Vorurtheile,die sie sonst schieden; die ewigen Klagen gegen dieböse Moral der Juden verschwanden von selbst, in-dem der Staat wußte, in welchen Grundsätzen sieerzogen werden. Wie es Pfleglingen abgesonderterInstitute erging, daß sie Menschenscheu in die Welttraten und selten gediehen, dagegen, unter Menschenerzogen, diese sie liebgewinnen und von ihnen liebge-wonnen werden; so auch dem Judenthum, wenn essich von der National-Erziehung nicht mehr ausschließend a r f. Gemeinschaftliche Eultur der Seele vereinigtdie Menschen aller Zeiten, Gegenden und Völker.Wer denkt bei Spinoza's, Mendelsohns,Herz philosophischen Schriften daran, daß sie vonJuden geschrieben wurden ? Und wenn die TöchterZions dereinst ihren Vorfahren, einer Mirjamund Deborah in Künsten der Muse nacheifern;wen wird es befremden? Ein Jüdischer Dichter sagtsogar. „Was spricht die Tonkunst bei den Christen?Aus dem Lande der Ebräer bin ich entführet." Mangebe sie ihnen also wieder.

Uebrigens zu welcher Lebensart die Juden ge-neigt scyn, ist kein Problem mehr; die drei altenWelttheile haben es Jahrtausende hindurch längst auf-gelöset. Waren sie gcbohcne Kriegshclden, wieviele Anlässe unter Griechen und Römern, vorzüglichin den Mittlern Zeiten unter Christen foderten sieauf, ihren Muth zu zeigen! Waren sie Scehel-den, Künstler, Landcolonc; bei den Reich-

H 2