i >/, I. Unternehmungen L. vcrgnng. Jahrhunderts
Nation hatte sich auf dem Grade der Cultur erhal-ten, auf dem sie ihr Inhaltliches Buch derBücher, die Sammlung ihrer h e i l ig e n Schrif-ten, mit ihnen die Schreib- und Rechen-kunst sesthielt? Noth und ihr Gewerbe haben siezu einem Scharfblick gebildet, den nur ein stum-pfes Auge nicht wahrnimmt. Wenn nun im Feldeder Menschheit jedem vorzüglichen Charakterzugesein Lob gebühret, warum nicht diesem? Von derleidenschaftlosen, man möchte sagen gesetzlichenGroßmuth und Wohlthätigkcit edler Israeliten findetman hie und da Züge, die eben so überraschen alsbefremden. Auch sie hat Lessing, wo er konnte,herausgesetzt *); in Lebensbeschreibungen findet manoft dergleichen Züge: denn nicht alle Juden sindS h y l ock s.
3. Und wenn der größere Thcil der Nation zudieser Milde freylich noch nicht gelanget ist, waskann ihn dazu leiten? als — eine bessere Er-ziehung; Moral und Cultur. Unvermerktheben diese die Ungleichheit zwischen Menschen undMenschen auf; sie wecken das Gemüth und ebnenden Charakter. Nun hat der Staat unwidersprech-lich das Recht und die Pflicht, Fremdlingen, dieer schützt, eine Erziehung zu geben, die seinenGrundsätzen gemäß sey; die Sorge dafür ist ec sei-nen Eingebohrnen schuldig. Für beide Theile tragtdiese bessere Erziehung ihren Vortheil mit sich. Jn-
*) S. sein Lustspiel: die Juden, Nathan denWeisen u. f.