n6 I. Unternehmungen d. occgang. Jahrhunderts
thümern, die sic besaßen, bei ihrer Zerstreuung inalle Welttheile, hatten sie langst etwas Außerordent-liches zu Stande gebracht, in Landern und Zeiten,wo Nichts sie hinderte, in jeder Kunst die Erstenzu werden! D i e Kunst, worin sie die Ersten wur-den, zeigen sie fortwährend. Räumte man ihnenalso alle Zweige bürgerlicher Nahrung, Zunftgewerbeu. dgl. ein, so würden und müßten diese in ihrerHand bald Verleger- Comto i rs werden, denendie LandeSeigenrhümer, die Kanoniker, uls Fabrikan-ten dienen, nach der Verheißung: „Fremde werdenstehen und eure Heerde weiden; Ausländer werdeneure Ackerleute senn; ihr aber, das erwählte Volk,werdet die Frucht ihres Schweißes genießen und herr-lich leben." Wie der Thalmud schreibt: „Wer hun-dert Gülden im Handel hat, kann olle Tage Fleischessen und Wein trinken; wer hundert Gülden imAckerwerk liegen hat, muß Kraut und Kohl essen,muß dazu graben, viel wachen und sich dazu Feindemachen. Auch weil wir niemals ein Thier oder ei-nen Vogel gesehen haben, der ein Handwerk gekonnthatte , auch keinen Hirsch , der Feigen aufgedürret,noch einen Löwen, der eine Last aus seinem Rückengetragen hatte, auch keinen Fuchs, der ein Kramergewesen wäre: sie nähren sich alle ohne Schmerzen,unangcschcn, daß sie allein zum Dienst der Men-schen erschaffen seyN. Wir aber sind erschaffen, daßwir Gott dienen sollen; ists nun nicht billig, daßwir uns ohne Schmerzen nähren ?" Immer-hin ohne Schmerzen! nur nicht durch Betrug undUcberlistung.
Welche Aussicht wäre cs, die Juden, ein soscharfsinniges Volk, der Eultur der Wissen-