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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
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zu Beförderung eines geistigen Reiches. 91

Auf sah ich und vor mir schwebte ein Auge,das mich durchdrang. Ein so Helles Auge, als ichnie in der Welt sah; der Glanz aller Geister undSeelen war in ihm. Ernst-freundlich blickte es michan, unbeweglich. Ich konnte dem Blick nicht ent-weichen, der tief und tiefer mich ergriff; ich fühlte,daß er mir immer gegenwärtig seyn und bleibenwürde, der prüfende B l i ck d e s W e l k a l ls.Es war, als fangen mir alle Sterne:

„Das Liesverborgne wird offenbar;

Dies Äuge sichet! hell und klar."

Ich erwachte in einer sonderbaren Empfindung;alle Zustande meines Lebens standen mir als Ursachenund Folgen auf Einmal da und vor mir stand dasdurchdringende Auge. Ich schule mich wieder nachmeinem Traum,

Und fand mich in ihm auf derselben Stelle imdichten Hain. In der Mitte des Platzes stand jetztein Altar; auf ihm lag ein Buch, geschrieben inwunderbaren Charakteren. Ich blätterte darin, ver-stand nichts, sah aber, daß die Charaktere die Blät-ter durchdrangen und auf der andern Seite des Blattseine ganz andre Gestylt sichtbar machten, als die Vor-derseite darstellte. Die Rückseite klarte die Vorseiteauf, und das ganze Buch war Fortgang. Dashimmlische Auge blickte mich an, und ich sah meineignes Leben in diesem Buch; aber verschwundenwaren in diesem Augenblick Buch und Altar undvom Pol herab schwebte zwischen Himmel und Erdeeine allmächtige Waage. „Vergeltung!" riefeine Stimme; mir wars, als sängen alle Sonnen