76 k. Unternehmungen d. Vorgang. Jahrhunderts
Jungfrau mit Tüchern aus Grüfte» bekleidete undmit alten Masken bedeckte.
W. Das fühlt jedes Gewissen. Daher daSWiderstreben der Völker, wenn man ihnen mit ihrerSprache die Religion ihrer Väter entnahm. Daher,als nach langem Todesschlaf unter dem drückendenJoch fremder Worte und Gebrauche das Menschen-gefühl wieder erwachte, die sonderbare Freude. KennstDu den Deutschen, Dietrich, der mit der ächten Spra-che seine- Volks ihm auch achte Religion, d. i. Ueber-zeugunq, Glaube, Geist und Herz zurückrief?Protestantismus gegen alles Unbehörige, allesFremde.
D. Du mexnst Luther. Ach, daß der großeMann nicht erreichen konnte, was so sehr zu wünschengewesen wäre, eine Kirche seiner Nation,eine Deutsche Kirche.
W. Eine Deutsche Ki rche, Dietrich? daswäre des großen Mannes unwerth. Bemerke, wasaus Heinrich des achten Englischen und sonst ausjeder abgeschlossenen Kirche ward? Sie verwesenbei lebendigem Leibe. Aber Religion, die reine,freie Religion der Gewissenhaftigkeit des Verstan-des und Herzens wollte Luther seinen Deutschen ge-ben. Und hat sie ihnen gegeben, wiefern seine Zeites zuließ.
D. Leider also nicht allen Deutschen. Auch istfeine Sprache in Manchem selbst veraltet.
W. Verjünge man sie! Aber sie verjüngt sich,Tmaufqehalten, unwidcrstrcblich. Hältst Du es fürnichts, daß seitdem Er schrieb, jeder Deutsche, wenn