6n Z. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts
des, wo möglich zur Vereinigung dieser Secten und(wie er sich ausdrückt) zu dem Geschäft- „das LammGottes zu inthronisiren, als eigentlichen Schöpfer,Erhalter, Erlöser und Heiligmacher der ganzen Welt,und die Katholicität seiner Leidcnslehre als eineUniversal-Theologie in Theorie und zmuxi einzufüh-ren," Von diesem Punkt, einem Jugend-EindruckZinsendorf», ging alles aus; um i,,n formte sich dieAnsicht der Schrift, die Sprache des Vortrages unddie Einrichtung der Gemeinen, Was sic damit ge-wonnen? Einmüthig sagen die Brüder: „Friede!
Ruhe der Seele." Ist dem also; wohl! Giebts eingrößeres Gut? ein schätzbareres Kleinod?
Daß indessen die Orthodoxen gegen manche Mit-tel nicht gleichgültig waren, die der Stifter sowohl,als die Genossen der Gemeine hie und dort anwand-ten, war ihnen auch nicht zu verargen: denn lassensich alle auch noch so unschuldig-gebrauchte Aus-drücke und Familiaritäten Zinzcndorfs rechtfertigen?Wer des ernsten und eben so gewissenhaften und ge-lehrten Bengels Abriß der sogenanntenBrudergemeine liefet *), muß ihm in jedemseiner Satze beipflichten; und wie ehrwürdig-schonendhat er die Sache behandelt! Zinzcndorfs Gemeine
Sein ganzer Titel heißt: Abriß der sogenannten
Brüdergemeine, in welchem die Lehre und dieganze Sache geprüft, das Gute und Böse dabeiunterschieden und insonderheit die Spangenbcrg-sche Declaration erläutert wird, durch I. A.Bengel. Stuttgart, 1701.