zu Beförderung eines geistigen Reiches, »5
den sogenannten Bedenken *) noch jetzt zu spre-chen aufhört. Seine Verlaumder und Gegner, (dieNeider und Zänker!) alle hak die Zeit entlarvt;ihre Namen sind gehaßt oder vergessen.
Frankens Waisenhaus, das er in Hoffnung,die bei ihm Zuversicht war, zu Stande brachte, harnicht nur durch sich das ganze Jahrhundert hinabder Menschheit an ihrer bedürfcndsten Seite achtchrist-liche Dienste geleistet, sondern auch ähnliche Anstal-ten , große und gute Seelen geweckt, die durchFranke glauben, lieben, hoffen, wirken lernten.Seme Verfolger beförderten viel Gutes, als sie ihnvertrieben.
Der Eifer, mit welchem Er und seine Collegensorgsame Seelsorger, verständige Theologen, (nichtPhilosophische Rechthaber, nicht philologische Radix-fänger und Wunder-Ausgleicher) zu bilden strebten,hat vielen Provinzen Deutschlands in mehreren Ge-nerationen Vortheil geschafft: denn was sollen theo-logische Facultäten, wenn sie nicht zu ihrenAemtern tüchtige Männer bilden?
Wenn Christian Thomasius, den mauauch zu den Enthusiasten zählte, gegen die Mängelder Universitäten, gegen die Zügellosigkeit der Stu-dircnden, gegen die Verirrungen in verschiednen Wis-senschaften practisch schrieb und Cautelen auf-stellte; ist ihm hierin, wie in dem Licht, das erder Rechtspflege gab, nach und nach der Beitritt
*) Speners Theologische Bedenken, Halle 171».Lonsillil et juäien llllieol, Franks. 1709.