ü I. Unternehmungen d. »ergänz. Jahrhunderts
tec; immer aber verlor er mit dem Richtmaas seinesLebens auch seine schönsten Jahre.
1. Hoffen ist allerdings dem Menschen un-entbehrlich. Alles was lebt, was geht, stehet undhofft vorwärts, in die Zukunft. Bei Danteists eine der Höllcnstrafcn, mit dem Gesicht auf demRücken hinter sich zu schauen, und indem man vor-wärts will, rückwärts zu kommen. Was nützte cs,im Traumbuch der Vergangenheit zu blättern, wennman aus ihm mit verglichener Gegenwart der Dingenicht Schlüsse auf die Zukunft zöge? Umsonst hat-tet Ihr, Philosophen der Geschichte und Gesetzge-bung, Plato und Aristoteles, Macchia-vell, Eampanella, Montesquieu, Pa-rtita u. f. über vergangene Zeiten und Zeitveran-derungen philosophirt; ohne Vorblick auf das, wasetwa werden kann und soll, wäre eine Zerlegungvergangener Träume ein unnützer Traum.
2. Wenn also dem Menschen seine Augen vor-wärts im Kopf stehen, und er vorwärts zu gehenhat, so ists natürlich, daß er das, was vor ihmliegt, auch messe und berechne. Rechnet erfalsch , entweder nach einem unrichtigen Augenmaas(denn Augenmaaße sind sehr trüglich) oder gar nacheinem falschen Einmal Eins, misset ec mit unrich-tigen Stäben voriger Erfahrung, und steckt oderzahlt sie unrichtig; freilich so gewinnt er falsche, oftlächerliche Resultate. Ist er endlich mit Hoffnungenso freigebig, daß er sie ins Blaue, ins Leere aus-spendet; so wird allerdings der großmüthige Hoff-nungsspender bald ein Bettler: denn leichter ist