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„Mein Vater."
„Hast du sonst noch was von deinem Muttergnt gerettet?"
„Nein."
Gottfried legte die Augen zu und schwieg, da trat Bläst vorund sagte:
„Sie braucht jetzt nichts mehr, sie hat wieder Vater undMutter am Leben, cs fehlt ihr nichts mehr —"
„Als ein Mann", ergänzte Trandle.
„Und den hat sie auch," begann Bläsi wieder, „den Ring da andcr Hand trägt sie von mir, der ist auch aus dem Grab auferstanden."
Die Mutter umarmte Erdmuthe, Gottfried nickte nur still...
So bald der Dispens cingetrofsen war, noch vor der Fastenzeit,wurde die Hochzeit Erdmuthe's nndBläsi's gefeiert und Gottfried,der viel daheim sitzen mußte, hatte es am liebsten, wenn Erdmuthebei ihm blieb, er sprach wenig, aber ihre Nähe that ihm wohl.
Im Frühling wurde das Haus neu verputzt und wenigstensein Gisengittcr abgctha». Gottfried gab Grdmuthe Recht, daß erso besser auf die Straße sehen könne.
Ein Brief an Gottfried aus der neuen Welt von Cyprian,vollendete noch im zweiten Sommer die Sühne. Cyprian klagtebitterlich um das verlorene Kind, bctheuertc seine Unschuld und wieer oft wiederholte im Angesicht des Todes. Er mußte im Inner-sten zerbrochen sein, denn er bat Gottfried um Verzeihung für alldie Unbill, die er ihm angethan und immer wieder sprach er vonseinem nahen Tode. Gottfried schrieb selbst einige Worte zu demBriefe Erdmuthe's, worin sie alles Geschehene erzählte. Es ist abernicht bekannt geworden, ob der Brief Cyprian noch am Leben traf.
Am Wegweiser unter dein Apfelbaum errichtete Bläsi eineSteinbank und ließ den Namen Erdmuthe darauf eingraben undan sommerlichen Sonntagsnachmittagen erschallt es allzeit hiervon Lachen und Singen der jungen fröhlichen Welt.
Stereotypen und Druck von C. Adelmami in Frankfurt ci. M.