Erdmuthc beim Schlafengehen zu Trandle, „wenn man so sieht,wie sie weiter leben wenn man fort ist und gar nicht mehr aueinen denken als war' man nicht da gewesen."
„Das kannst von deinem Bläsi nicht.sagen."
„Nein, gottlob nicht, aber sprich nicht so laut. Gut Nacht."
Erdmuthc war die erste im Hause und schlich unhörbar wieein Geist umher, Alles ordnend und zurecht legend und hier znmerstenmal seit sic in das Haus gekommen war, überraschte sieBläsi beim Brunnen als sie Wasser holte. Sie klagte ihm leise,wie schwer ihr die Verleugnung ihres Namens und Lebens sei,aber Bläsi getröstete sie, daß das der einzige Weg sei, seinenVater zu gewinnen, der sie auf ewig aus seinem Herzen vcrstoften,und wenn auch Alles sich wieder ansgleichen ließe, nur durch dasäußerste Mittel ihr verzeihen werde, daß sie ihr Mnttergut ver-schleudert habe: noch heute könne er in mächtigen Zorn gerathcn,wenn er auf einen Acker komme, der Erdmuthc gehören sollte undder nun in fremdem Besitze sei. Erdmuthc wagte cs kaum leiseein Wort ob dieser zähen Habsucht zu äußern, da faßte sie Bläsimit starker Hand und sagte, daß er nie an den verschwenderi-schen Leichtsinn ihres Vaters gedenken wolle, daß sie dafür aberauch seinem Vater nichts Böses Nachträgen und ihn ehren undHochhalten müsse. Erdmnthe versprach das gerne und bat nur,daß sie sich der Mutter oder der Schwester zu erkennen gebendürfe, es drücke ihr das Herz ab, daß sie mit Niemanden von sichselber reden könne. Auch hicgegcn bestand Bläsi darauf, daß csihr genügen solle, wenn er allein wisse, wer sie sei, sie brauchesonst Niemanden, und hingcgeben in treuer Liebe sagte Erdmuthc,daß sie gerne Buße thne, weil sie ihn verlassen hatte, daß sieihm allein angehörc und ihn fortan um nichts mehr bitten wolle,bis er selber finde, daß es Zeit sei.
In stiller Umarmung hielten sich die beiden Liebenden bisdaß der Morgenstern am Himmel erblich.