Die Sonne geht ans und steht im Mittag.
In der Sonne zu Leutershofen schien Cyprinn erst recht znblühen nnd sich zu entfalten. Er hatte troß aller Verzögerungdoch noch immer einen schicklichen Kauf gemacht, die weiten Räumedes Hauses thatcn ihm wohl und das allzeit rührige Leben darinnoch mehr. Die ganze Art des lebhaften gewerbsamen Ortes sagteihm zu nnd er betheuerte oft, hier wisse man doch auch, das; manans der Welt sei, in einem Dorf wie Hollmaringcn sei man schonbei lebendigem Leib halb gestorben. Hier bekam man jeden Tagbei mehreren Bäckern frisches Brod. Jeden Abend Schlag achtUhr und jeden Morgen Punkt halb sechs rollte der Eilwagcndurch den Flecken und an Sommcrabcnden, besonders aber amSamstag Abend blies der Postillon jedesmal durch den ganzenOrt, denn die Kinder liefen behende neben ihm her und ließennicht ab, bis das Posthorn ertönte nnd jauchzten nnd hüpftenbei den Klängen, und die Eltern, die vor dem Hause sißcndFeierabend hielten, schauten fröhlich ans. Leutershofen war nichtnur ein Marktflecken an der Staatsstraße mit einer Schrannevon nicht geringer Bedeutung, cs war auch glücklich zwischenzwei Bergen gelegen; kamen die Fuhren vom Thale herauf, somußten sie hier neuen Vorspann nehmen, vor dem Hause standenfast allzeit mehrere mit Blähen überzogene Frachtwagcn undwährend die Pferde an den fliegenden Krippen fraßen und dieSperlinge bei ihnen schmarohtcn, saßen die blanhemdigcn Fuhr-leute in der Wirthsstubc und labten sich an Speise nnd Trank,und Cyprian that ihnen Bescheid; den rothen sogenannten Weiber-zorn ließ Cyprian nie ausgehen. Die Frau erwies sich als wil-lige Wirthin und Traudle war bald die beliebteste und gespräch-