Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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Tic FcindMindcr und der Schwester Ehrcnschimick.

Es gibt ein altes Kinderspiel, das überall und zu allen Zeitenunter den verschiedensten Namen verbreitet ist: mit einem flachenKiesel oder einem Scherben wagrccht über die Oberfläche einesWassers werfen, das; der Stein das Wasser nur berührend oftund oft weiter hüpft, bis er endlich »ntersiukt, das nennt manhier zu Land: Bräutlc lösen, und man gibt dafür die Deutung,das; es sinnbildlich die feine, nicht so leicht zu erhaschende, hüpfendeund tänzelnde Art der Braut darstclle, die lange neckisch sichverhält, bis sie doch endlich dem Naturgesetze folgend vom Stromedes Lebens bewältigt wird. Mag dies die entsprechende Deutungsein oder nicht, gewiß ist, daß Knaben und Mädchen mancherleiScherz damit treiben und Vläsi, der am Weiher bei der Hans-brechc mit anderen Kindern dies Spiel oft trieb, verstand es, denStein am meisten auffliegen zu machen, und Cyprians Erdmuthe,die die Kinder ihm als Braut zutheilten, mußte oft hören, daßsic lange tanzen müsse. In der Thal behandelte Bläsi sein Ge-schwisterkind mit brüderlicher Aufmerksamkeit und hatte nichtsdagegen, wenn man sie seine Braut nannte.

Jetzt, da die Väter so feindselig geworden, war das anders.

Es ist eine seltsame aber vielfach bewährte Erfahrung, das;die Kinder verfeindeter Verwandten den Familienzwist in cigen-thümlicher Weise ausnehmcn und leicht auf die Spielplätze über-tragen. Der kleinen zehnjährigen Erdmuthe, die ein derbesbraunes Kind mit den dunkeln Augen des Vaters war, hatteman das Haus des Ohms Gottfried strenge verboten, sie durstees nicht mehr betreten und Niemanden aus demselben grüßen,ja sie hörte Tag und Nacht die häßlichsten Worte auf den Oheim