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und da sei ihr auf einmal all das in den Sinn gekommen, wassie seitJahren einsam für sich gedacht und gesprochen und heraussei es, und es sei ihr gewesen, als ob etwas in ihrem stopfe reiße,es habe gesurrt und geschnellt, wie wenn man einen Seidcnsadcnbeim Nähen spannt, mit dem Finger tönen macht und dann reißt,und sic habe reden müssen, wie sie sich's tausendmal vorgcsagt.„Ein Teufel," das waren ihre Worte, „ein Teufel habe aus ihrgebellt." Seb schöpfte aus dieser Mitthcilung doch einigen Trost.Es gelang ihm mit Hülfe der Küferin, die Kinder in das Nach-barhaus zu bringen, das Mädchen war bald zutraulich gegen denVater, der Knabe aber blieb troßig und widerspenstig, er standimmer bei Seite mit niedergeschlagenen Blicken und nur manch-mal heftete er sein großes Auge auf den Vater. Welche uner-gründlichen Gedanken sprachen aus diesem Auge. Nicht von demVater, sondern nur von dem Küfer ließ sich der kleine Johannesdie neuen schönen Kleider anziehcn, die der Vater ihm und derSchwester mitgebracht hatte. Die Kleider waren zu eng und knapp.Seb hatte sich im Wachsthum seiner Kinder verrechnet. Erschiensich überhaupt verrechnet zu haben, denn kaum war Johannesschön geschmückt, als er, ohne ein Wort zu sagen, das Dorf hinein-rannte', er kam aber alsbald wieder im vollen Athem, er hatteoffenbar die neuen Kleider seinen Kameraden zeigen wollen undwar doch wieder von einem Schamgefühl gejagt unaufhaltsamhin und her durch das Dorf gerannt, als brennten die Kleider.
Ein seltsamer Zwiespalt ging in dem wilden Knabcnhcrzenvor. Das Mädchen, schon viel zu groß dafür, ließ sich doch vondem Vater auf dem Arme tragen, cs war glückselig in seinemneuen Kleide nnd Seb trug das Kind nntcr Küssen rund nmdas Haus und stand lange bei den Tannen, die er ehemals sei-nen Wald genannt. Tie Sonne schien so hell nnd warm, derWürzgeruch des frisch gemähten Oehmdes erfüllte die Luft, dieWelt wird mit jedem Morgen wieder neu; warum sollte das einMenschenherz nicht auch können?
Endlich hörte Seb, daß Zilge aufgestandcn war, er ging mitden Kindern an der Hand in die Stube, der Knabe wand sich