Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
230
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Vater, er selber wäre dadurch doch nicht frei. Darum ist es dop-pelt gut, daß der Name des Vaters rein geblieben, und seinSegen wird nicht ausblciben. Oft wenn Seb der Arbeit über-drüssig war, warf er seinen Hammer weg und nahm den vomVater ererbten auf, und Alles ging so leicht von Statten, alsob ein Anderer für ihn arbeite. Solche Befreiung gelang abernur in einzelnen Stunden.

Jeden Morgen, wenn er auf die Banstätte kam, seufzte ertief und lies; die Hände hängen. Jeßt mußte er jede Baufuhrebezahlen und fand dabei noch unwillige und höhnende Helfer.Sein ganzer Ruf, sei» Glück und sei» Bcsißthum war dahin, undAlles das, weil er sich hatte verleiten lassen, einen stolzen undeigenen Bau auszuführen. Ein längst erstorbener Keim triebwieder neue Knospen. Er gedachte jeßt, daß sich Zilge berühmtbatte, sic habe ihn zu dem Bane gedrängt, um seinen Ruf da-durch zu gründen. Er machte ihr nun darob Vorwürfe, daß sieihn zum Hansbanc verführt habe und als sie erwiedertc:

„Ich bin unschuldig. Wenn du kein Haus allein bauenkannst, hättest es sollen bleiben lassen", da war er doppelt grim-mig; auch sic verletzte seine Handwcrkschre; sie sagte zwar nur,was alle Leute sagten, aber eben das sollte sie nicht, ineinte er,sie sollte sein Ungeschick für ein Unglück ansehcn.

Als er dies mit Schmerz und Zorn darlegtc, suchte sic ihndamit zu beschwichtigen, daß sic sagte:

„Vielleicht ist dein Vater selig schuld, du hast ihm immerzu viel gefolgt." Das hieß aber ein Feuer mit Oel löschen wol-len. Seb wurde ob dieser Rede noch ingrimmiger.

Oft war es ihm, als sollte er alles Handwerksgeschirr wcg-werfen und in die weite Welt laufen; hier zu Lande war seinRuf auf ewig vernichtet, und er kam nie mehr zu seiner altenFestigkeit. Aber er blieb doch.

Non allen Bauverträgen, die ihm gekündigt worden, warihm doch einer geblieben, nämlich das Umdecken des Kirchen-daches und des Thnrmes mit neuen glasirten Ziegeln.

Der Stiftnngsrath hatte die Uebertragung an Seb aufrecht