Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
228
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haben, wie das Haus sich senke. Scb gestand ihr, daß das schonlängst der Fall sei, er behauptete aber, daß nichts Neues ge-schehen, und beschwor nun seine Frau, ihre Wahrnehmung ge-heim zu halten, da sonst sein ganzes Ansehen und sein Grwerbzerstört würde.

Zilge saßte ihre beiden Kinder in ihre Arme,OEott meineKinder! Wenn das Haus cinstürzt" jammerte sie.

Und an mich denkst du gar nicht?" fragte «eb erbittert.

Ich denk' ja auch nicht an mich" erwiedcrte sie.

Leb ging unter heftigem Regengüsse binaus und sab, daßder Ziegler den Graben zugestopft hatte, so daß das Wasserwieder zerstreut abfloß: das ganze Haus stand ringsum wie ineinem Bache. Gr arbeitete nun ans allen Kräften, und als derTag anbrach, zeigte sich, daß das Haus noch um ein Merklichesgewichen war.

Scb eilte zum Schultheiß, sein Ungemach ließ sich nichtmehr verhehlen, der Ziegler sollte ihm nun dafür cinstehcn, abernoch als er beim Schultheiß war, kam ein Bote und ries:

Scb, geh' heim, dein Haus ist auseinander." Die Sturm-glocke läutete, um unter dein Ncgensturze das ganze Dorf wachzu halten. Alles war um das HausScb's versammelt, und ver-zweifelnd sah dieser, daß das Haus mitten aus einander in zweiStücke gefallen, gerade in jenem Zwischenräume zwischen demBuchstaben bi und / war das Dach auseinander gerissen. Maneilte in das Haus, um die Frau und die Kinder zu retten undvom Regen triefend brachte man sie heraus. Zilge schien ganzverwirrt und besinnungslos. Sie hatte keinen Versuch zu ihrerRettung gemacht, sic sprach kein Wort, hielt ihre Kinder fest inihren Armen und ließ sich dieselben von Niemand abnchmcn.Erst als man ihr sagte, daß sie nicht mehr in das Haus zurück-kehren dürfe, erst als ihr die Nachbarn anbotcn, daß sie beiihnen wohnen möge, sagte sie:

Soll ich denn nicht mehr in meinem eigenen Hau-5 woh-nen? in einem fremden?"

Der Küfer hatte eine hohe thurmartig zugespijste Beuge