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die Hand, die mit dem silbernen Trauringe geschmückt war, schienauch flinker und unermüdlicher geworden. Sie wußte das Inneredes Hauses so schön herznrichten, daß kein zweites im Torfe sofreundlich war.
Der Winter war mild, man konnte bis nach Neujahr imFreien arbeiten, man konnte die neue Ziegelei unter Dach brin-gen, in der nun Seb für ein anderes Haus die Steine meißelte.Aber auch Ungemach kam in diesem ersten Winter.
Der Vater Seb's ward schwer krank. An dein letzten Tage,als viele sein Bett umstanden und er kaum mehr die arbcitsmü-dcu Hände erheben konnte, hieß er alle Anwesenden hinansgchen,nur Seb sollte bei ihm bleiben. Und als dieser allein mit ihmwar, richtete der Vater sich auf und sagte:
„Seb, bevor cs Nacht wird, komm' ich zum großen Meister.Seb, jetzt horch, ich will dir was sagen: mir schadet's nichts mehr,aber dir, dir kann's schaden; ich will Zeugen hcreinrufcn undwill vor ihnen sagen, daß wenn deinem Hans was geschieht, ichdaran Schuld bin, du nicht, du nicht. Nus' die Leut'."
„Nein Vater, nein, Ihr dürfet nicht mit einer Lüge aus derWelt gehen, nein, die Sund' lade ich nicht auf Euch und nichtauf mich," rief Seb, und der Alte legte seine zitternden bartenHände auf das Gesicht seines Sohnes und sagte: „Hast Recht,cs wär mir doch auch schwer geworden, und unser Herr Gottwird dir's vergelten."
Bevor der Abend niedersank, der den Handwcrksburschen indie Herberge ruft, hatte der alte Maurer seinen Lebensweg vollendet.
Ans dem Dorfe ist cs nicht Sitte, daß uni den Tod der El-tern, die satt an Jahren scheiden, sich schwere Klage erhebt; eine ge-wisse Dumpfheit des Gefühls, mehr aber noch die natürliche Anschau-ung, daß die Eltern vor den Kindern ans dem Leben scheidenmästen, und dazu der Mangel dcr Gcscllschaftspflicht, die da nö-thigt, mit einem Schmerze zu prunken, Alles das läßt solche Er-eignisse viel schneller vorübcrgchen und man kann den Sohn inden Kleidern des Vaters, die Tochter in denen der Mutter fröh-liche Wege wandern sehen.