genug, und jetzt tröstete ihn nur das eine, daß Niemand, selbstder Vater nicht die Senkung merkte.
Die Freude vor sich selbst war dahin, aber die Ehre vor denMenschen war doch geblieben. Er hatte dem Dorfe und der gan-zen Umgegend zeigen wollen, wie man ein Musterhaus baue;cs sollte ihnen der Verstand aufgehen, jetzt war es nur gut, daßer ihnen nicht aufgcgangen war. Der einzige, der die Sache rechtbeurtheilcn konnte, leugnete beharrlich, und das war den Vater.Seb hatte sich selber davon abhaltcn können, aber der Vaternicht, daß er nach allen Seiten ausmaaß, aber noch jetzt, da erdoch ans die Linie hin den Fehl kennen mußte, behauptete derVater, daß Alles in Ordnung sei. Und Las war das Klügste.Wie sollten denn fremde Leute zur Baukunst des Seb Vertrauenhaben, wenn er sein eigen Haus nicht gehörig stellen und richtenkonnte?
Das Dach prangte bald in ungewohnter Herrlichkeit. Derneue Ziegler, der sich im Dorfe angesiedelt hatte, um als Aus-helfer der Regierung die Stroh- und Schindeldächer verdrängenzu helfen, benutzte das Haus des Seb als Mustcrkartc und gabihm zu dem Preise der gewöhnlichen seine neuen glasirtcn Ziegel.Aus einer doppelten Reihe von grünen und weißen Ziegeln bil-dete nun Seb die Buchstaben S. und Z. sammt der Jahreszahlauf dem Dache und Alles betrachtete staunend und bewunderndvon der Wiese das schöne „lustige Häusle."
Der Baumeister.
Im Herbste feierten endlich Zilgc und Seb ihre Hochzeit.Ein seltsamer Gast war dabei, der von seinen Angehörigen, wievom ganzen Dorfe mit scheelen Blicken betrachtet wurde. — Eswar der einzige Bruder Zilge's, der als Landjäger gekommenwar. — Er hatte vom Vater eine Scheu vor regelmäßiger Ar-beit geerbt, und da er militärpflichtig geworden, ließ er sich nachUmlauf seiner Dienstzeit als Landjäger anwcrbcn.
Dieses Herumschlendern behagte ihm, er aß lieber das Brod,