Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
189
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und betrübt war. Was sollte aus der Feindseligkeit Franzsephsmit dem Vater werde»? und wenn ihr jener klagte, das; ihm Allesso schwarz vvrkäme und er keine rechte Lustbarkeit in sich spüre,mußte sic die wahre Tröstung verschweigen, denn sic batte einstgesagt:

Ich mein' auch, du schaffst nicht genug."

Ich bin halt ein Fanllenzer" knirschte Franzseph.

Das sag' ich nicht", entgegncte Madlcne,aber"

Genug", unterbrach Franzseph,da drüben wohnt dieVroni, frag deinen Vater, woher sie Wittwe ist. Ihr Mann liegtin der Ernte krank im Bett, da geht sie .zu ihrem Vater undsagt: in der harten Arbcikzeit will er jetzt ins Bett liegen. Danull ich schon helfen, sagt der Alte, nimmt seine Peitsche undhaut auf den kranken Alaun los bis er zum Bett herausspringt- und zwei Tage darauf bat man ihn begraben. Wie meinst,Madlene, sollt' ich mir's auch so machen lassen?"

Tu bist ja aber nicht krank", cntgcgnete Madlene.

Das ist All eins, es darf nur Niemand sagen, ob ichschaffen soll."

Von jener Zeit an hatte Madlcne hierüber kein Wort mehrgesprochen und Franzseph fühlte wol selber, wie er sich andersrühren müsse, aber er konnte sich nicht dazu bringen, daß er denSchein auf sich lade, auf fremde Ermahnung arbeitsam zu sein:fast nie ging er mit dem Geschirr ins Feld, trug nie etwas überdie Straße, ging immer los und ledig einher und gebarte sichüberhaupt als wäre er nur auf Urlaub daheim und sei jede Ar-beit, die er verrichte, besonder» Dankes Werth.

Ein geheimer Segen der Arbeit ist allerdings durch die Ec-botenheit aus fremder Ermahnung zerstört, aber Franzseph konntenicht über den kindischen Stolz hinanskommen, der ihn eben darumauch gegen seine Pflicht widerspenstig machte.. Wie er ebenjetzt wiederum nicht selber die Wieden nach dem Bache trug undmit der Hakengabel spazirend dahcrschritt, kan; ihm der oft unter-drückte Gedanke, geradcswegs zu dem Schlägelbancr zu gehenund ihm zu sagen: Vetter, Ihr habt Recht und Ihr werdet sehen,