Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
172
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schm, vergebens, keine Antwort ertönte. Er raffte sich aus undtrug den Bruder in den Armen am Bachcsufer fort, er ris; sichblutig an den Felsen aber er ließ nicht los. Jetzt schritt er inden Wald, aber er brach zusammen unter der Last und laut wei-nend warf er sich auf sie nieder und sprang dann davon durchdie Nacht hin immer: Vinzenz! Vinzenz! rufend. Er stand vor-dem elterlichen Hause, Alles kam ihm entgegen.

„Wo ist dein Bruder?" fragte der Vater.

„Im Walde, todt," stöhnte Alban und ein Vlutstrom quollihm bei diesen Worten ans dem Munde.

Der Vater riß die Axt aus der Thürpfoste und wollte ansAlban los, Alban kniete nieder wie ein Opferlamm z aber Do-minik fiel dem Vater in den Arm und schleuderte ihn zurück mitden Worten:

„Habt Ihr nicht genug Elend, wollt Ihr noch mehr?"

„Du legst Haud an mich?" schrie der Furchcnbauer.

„Ja ich," crwicderte Dominik trotzig. Er hob Alban in dieHöhe und fragte ihn, wo Vinzenz liege. Alban bezeichnet«: dieStelle, dort wo er am Tage vorher im Unmuthe mit dem Beildas Geländer hinabgcschlcudcrt hatte.

Die Knechte, die fremden Drescher, die in den Scheunenschliefen, wurden aufgeboten und mit Fackeln zog man hinaus:Alban wollte mit, aber beim ersten Schritte brach er zusammenund mußte in die Stube getragen werden.

Durch den nächtigen Wald lief der Furchcnbauer mit derFackel und rief immer: Vinzenz! Vinzenz! so daß er zuletzt nurnoch mit heiserer Stimme den Namen lallen konnte.

Es wurde Tag, aber das war kein Tag, ein fester Nebel standüber Berg und Thal, man ging in Wolken, man sah nicht Him-mel nicht Erde, kaum den Schritt breit wo man stand. Im Haupt-haar und im Barte des Furchenbaucrn stand der eisige Reif undnur noch vor sich hin murmelte er den Namen: Vinzenz.

Man fand Vinzenz an der bczcichneten Stelle nicht, Albanmußte nicht recht gewußt haben, wo er ihn abgelegt.

Ter Tag stieg höher, aber der Nebel wich nicht, er war mit