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Jahre ist der Mann immer wieder gekommen und bat immer'dasselbe gebeichtet: Ich leb mit meiner Frau in Fried und Ei-nigkeit, aber wenn sie mir das glückseligste Geheimnis; anvertraut,gehen wir immer beide umher wie zwei junge Leute, die sich ver-fehlt haben und ich wünsche den Tod des Kindes noch bevor csgeboren ist und wenn es geboren ist und größer geworden, dazerreißt es mir das Herz, weil ich nicht weiß, welches Kind miram wenigsten wehe thäte wenn es stürbe. Mein Weib findet sichbälder darein, sie nimmt es als eine Schickung Gottes auf sich,mich aber verläßt der Gedanke nicht und ich kann nicht rubeuund nicht rasten und ich habe Gott gebeten, er soll mir die großeKinderzahl abuehmen und cs ist geschehen und jeßt ist doch meinHerz schwer ob dieser Sünde." „Und warum hast du einem jun-gen Leben den Tod gewünscht?" „Damit das Erbe nicht zu kleinwerde." Dreimal kam der Mann in derselben Zerknirschung obderselbe» Sünde und dreimal erhielt er die Absolution. Als erdas viertemal kam, wurde sie ihm verweigert und er kam nichtwieder: er suchte sich wol einen andern Beichtiger. Und dieseTodesschuld hat der Mann auf sich, weil er in» Stolze heischte,daß seine Nachkommen groß und reich seien. Und dieser Manu— bist du —"
Wie vom Blitze getroffen fuhr der Bauer empor, da derDekan sich plötzlich erhoben hatte und seine Hand mit schweremSchlage ihm auf die Schulter legte. Schnell aber ermannte ersich und allen Respekt bei Seite setzend rief er:
„Fst das recht, daß du ein Beichtgeheimnis; so vcrrathest?"
„Weil du noch in der alten Sünde bist. Du willst das eineKind am Lcbensgute tödten, um das andere damit zu bereichern.Folgtest du dem Zwange des Erbganges, du könntest dich viel-leicht freisprcchen, die Schuld liegt hinter dir in alten Zeiten.Jetzt aber willst du neues Unrecht pflanzen. Das dulde ich nicht.Ich ziehe meine Hand ab von deinem Thun. Entweder setzest duAlban ein oder du theilst. Bleibst du bei deinem Vorhaben, soschüttle ich den Staub von den Füßen und ziehe wieder dahin,von wannen ich gekommen."