Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
15
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bach bei ihrer Schwester sein, sag ihm, er soll doch von ihr las-sen, dann wird wieder Alles gut."

Dominik kommt endlich zn Worte:

Der Bauer hat mir verboten über Rcichenbach zu fahren^ich soll den Waldweg über Jetlingen."

Geh du nur über Rcichenbach. Du wirst schon eine Aus-rede finden, und wenn alle Sträng' brechen, nchm' ichs aufmich; thu's mir zu lieb und bring mir Bescheid."

Dominik zuckt die Achseln und erwiedert:Will sehen waszu machen ist."

In dem Herzen dieses Knechtes gehen an diesem Abende selt-same Kämpfe vor. Er gesteht cs sich selbst nicht und hütet sichwohl, es irgend eine Menschensecle merken zu lassen, daß er ei-gentlich seines Bauern Tochter liebt. Das ist ein unverzeihlicherwahnsinniger Uebergriff, und sowohl um sich selbst zn wahrenals auch um als treuer Diener seines Herrn zu bestehen, suchter jede Aeußerung dieser Zuneigung zu bekämpfen. Das hätteaber Alles nichts gefruchtet, wenn er nicht erwogen hätte, das;es ein unnützes und frevlcrisches Spiel sei, das Kind denner betrachtete Ameile noch immer als Kind, weil er schon einhochaufgeschossener Bub war als sie noch nicht nach der Schuleging das Amcilc, das ihn wie einen alten Ohm ansah, mitsolchen Dingen zu plagen, und wenn sic auch einst oder vielleichtmorgen an einen Großbauern verheirathct wurde, so war's bes-ser, sie hat nichts davon gewußt. Heute Abend in der Küche hater sich aber doch etwas verrathen und die Großmagd, die ihmallzeit nachstcllt und anslauert, hat ihn so verwunderlich ange-sehen, das; er sich darob ärgerte. Die morgige Preisbelohnungist ihm auch zuwider. Diese öffentliche Schaustellung hat nochnicht die Form gefunden, in der sie wirklich volksthümlich wäre.Nun kommt noch der Kampf dazu, daß er nicht weiß, soll erdem Bauer oder der Bäuerin folgen; ersteres ist ihm doch ge-nehmer, denn er hatte sich vorgenommen trotz des Verbotesnach Nellingen zu eilen und seine Mutter zu sehen, bei der erseit Weihnachten nicht gewesen war. Wenn er den Befehl des