442 HI. Recensionen.
Versetzung dieses Buchs; nicht etwa bloS, weil we-nige Latein lesen, und manche, für die cs geschrie-ben ist, gewiß nicht so weit sind, dieß Latein zu ver-stehen; sondern der Sache selbst wegen. Soll imDeutschen die Schrift so treffend werden, wie sie imLateinischen klingt, so müssen nothwendig eben soscharfzeichncnde Ausdrücke gleichsam das Siegel idrerinnern Wahrheit mit sich führen. Eben diese Ver-pflanzung würde bewahren, daß nicht etwa nur imLateinischen, sondern in jeder Sprache dieß SystemWahrheit sey, weil der innere Sinn der Bezeich-ner und Ausleger aller menschlichen Empfindungen,Beschlüsse und Gedanken, ihm so ganz, so innigzuspricht. Daß der Vers, ein dergleichen Sinn-und Sprach werk leisten könne, zeigen die vor-genannten deutschen Aufsätze, in denen eben derselbemächtige Eudämon spricht, wie im Lateinischen.Eine deutsche Uebersetzung fixirte und sicherte also denGeist dieses Werks, das Urmaas menschlicher Ge-danken, auch unsrer Sprache.
Aber t)u'eu äira-t-cm? Was wird zu die-sem Werk die Schule sagen? Wahrscheinlich wirdsie es großmükhig als ein Minimum verachten, oderals ein maximum des Unverstandes und der Miß-deutung, voll gefährlicher Sätze und Meynungen lä-stern. Zc unverschämter und geistloser dieß geschieht,desto besser! Nur daß sich der Verf. von der deut-schen Ausgabe seines Werks weder durch Schimpsre-den noch durch innere Schwierigkeiten abschrcckenlasse! Sie muß ein Probierstein seiner Satze, siekann und wird im Wesentlichen und Meisten (inmaximo) sein Siegskranz werden.