III. Recensionen, 423
Vf. hier gegen die Uebel unserer Zeit, insonderheitHegen Deutschlands Gelehrten -Nebel,(über die man, wie Tisot, ein eignes Buch schrei-ben könnte), reden mußte. Er spricht bescheiden,andringend - wahr und herzlich. Br. 3 . tritt in dasDetail näherer Vorschläge bcym Lesen, inson-derheit beym Lesen der Alten. Als Beylagc ist einBrief des vortrefflichen Caspar Barlaus (ge-schrieben 164 r.) übersetzt, und ein andrer ungedruck-tec desselben Inhalts vom Mathematiker StephanSpleiß im Auszuge mitgetheilt. Der BarlaischeBrief enthalt eine Encyklopadie zum Lesen der Al-ten, sogar mit ausgezeichneten Stellen derselben, aufwenigen Blattern. Br. 4. über die Kunst der Eom-posüion; Uebung in Eomposition schriftlicher Auf-sätze ist jedem aufgeklärten Mann, zu unsrer Zeitjedem rathschlagendcn wiiksamen Staatsmitgliede nö-thig; dieser Brief enthalt seine Regeln. Br. 5 .spricht von der Philosophie. Daß aber ja niemandhier eine Einbleyung oder Einkeilung des jetzt gel-tenden Averroismus erwarte! Der Brief sprichtvon Logik des gesunden Menschenverstandes, von Ge-schichte der Philosophie sowohl in Systemen als po-pulär vorgetragcn, und in einer Nachschrift vonReligion, Theologie, dem geistlichen Stande u. f.Das Lob, das Shaftesburi, mit einer Hin-weisung zum Gebrauch seiner Schriften gegeben wird,stehet hier sehr an rechtem Ort; von den Averroi-ften des vierzehnten Jahrhunderts dagegen wird ineiner Note (S. 69.) aus Petrarka's Leben angeführt,„wie sie die Lehren des Avcrroes als Orakelsprücheverehrt, und jeden Zweifel an denselben sehr übelausgenommen. In Venedig habe diese Philosophie