III. Necenfionen.
4»7
Dinge dem Natur- und dem gesellschaftlichen Men-schen .sind, mit deutlicher Abzeichnung bemerket.Im ganzen Buche steht der Mensch in dreierleiRücksicht vor uns, als Werk der Natur, imunverdorbnen und vcrdorbnen Zustande; als Werkseines Geschlechts, was die Gesellschaft ausihm macht und machen will, wie sie ihn formt undbildet; endlich als W e r k se i n er sclb st; da er-schaffet, da suchet er sich Recht und Wahrheit. —
Man sichet, daß die Grundlage dieser Gesichts-kreise in Rousseau liege, dessen Schriften derVers, stark und frühe gelesen haben muß, mit demer auch in seiner männlichen Beredsamkeit und Liebezur Wahrheit eine Achnlichkcit hat, die sich leiderauch bis auf traurige Erfahrungen seines Lebens zuerstrecken scheint. Geborgt aber ist in diesem Buchnichts. Der Strom, sowohl wo er sanft fließt, alsungestüm sich fortwälzet, quillt aus dem Herzen;wir lesen das reif durchdachte Resultat eines überdie Hälfte hinaus gelebten, rhatigen, wenigstens imWollen thätigen Menschenlebens. —
„Tausende, sagt der Verf. (S. 2Z2.), gehenals Werk der Natur, im Verderben des Sinnen-genusses dahin, und wollen nichts mehr. Zchntau-sende erliegen unter der Last der Gesellschaft, ihresHammers, ihrer Nadel, ihrer Elle und ihrer Krone;sie wollen nichts mehr. Ich kenne einen Menschen,der mehr wollte; in ihm lag die Wonne der Un-schuld, und ein Glaube an die Menschen, den we-nige Sterbliche kennen; sein Herz war zur Freund-schaft geschaffen; Liebe war seine Natur, und Treueseine innigste Neigung.".
O