III. Recensioncn. 391
stigt, sich auf's neue zu erheben, und mit demInteresse der Großen und Mächtigenaus Erden in einen n 0 ch engcrn Bundzu treten scheinen, indem sie vorgeben, disvom alten Wust scholastischer Spitzfindigkeiten gerei-nigte Vernunftrcligion führe geraden Wegszum gänzlichen, alle Thronen und Herrschaften zuBoden stürzenden Atheismus" hin, und alles, wasin unfern Tagen nur Böses geschehe, scy nichtsanders, als das Werk der sogenannten neuen Auf-klärung" u. f. — Gesetzt, daß dem Allem so wäre:sollte eine Spottgeschichte christlicherS c h w a r m e r e y e n dagegen das gelegenste, daskräftigste Mittel seyn? Wird die bigotte Intoleranz,wenn sie sich mit dem Interesse der Großen undMächtigen vereinigt, sich durch Spott bessern lassenund ihren Bundcsplan aufgeben?
Mit viel mehrerem Rechte, wie mich dünkt,sagt in der vorangezogcnen Schrift Lessing: „Ge-gen die Schwärmerey im weitesten Verstände, wasthut der Philosoph? — Der Philosoph! Denn umden Lucianischen Geist bekümmere ich mich hier nicht.Wie dessen Bemühungen gegen den Enthusiasmusnicht weither seyn können, weil er selbst Enthusiastist : so können auch seine Bemühungen gegen dieSchwärmerei) von keinem wahren Nutzen seyn, weiler selbst Schwärmer ist. Denn auch Er willSchwarm machen. Er will die Lacher auf seinerSeite haben. Ein Schwarm von Lachern! Derlächerlichste, verächtlichste Schwarm von allen! —Die Frage ist also: was der Philosoph gegen
die Schwärmerey thut?