historisch - philosophischer Schriften. A77
spiele, daß es in Annäherung und seinem Kreiseeben die zwo widerwärtigen Kräfte in sich und Bah-nen außer sich habe: je mehr sich das Thier demMenschen nähert, desto mehr nimmt die Helle zu,mit der es beyde empfindet; je weiter von ihm fern,desto mechanischer und blinder wirken beyde Kräfte.Es ist ein ewiges Geben und Nehmen, Anziehenund zurückstoffen, Jnsichverfchlingen und Aufopfernsein selbst: und der Plan, der beydes regiert, istimmer höheres Gesetz, positive Ordnung höhererGattung, die aus diesen Kräften, einzeln oder auchverbunden, ohne höher» Miktelbegriff weder gefun-den noch erkannt und begriffen werden kann. ZumMenschen!
VI. Der Mensch, als er zum erstenmal stolzwar, und Gott ähnlich seyn wollte, verfolgte er nichtetwas Gutes? fühlte ec nicht in sich eine Mengeunentwickelter Kräfte? war's Fehler, daß er sie ent-wickeln wollte? war er nicht Gottesbild? und waralso nicht Gottähnlichkeit die Bahn, die ihm derSchöpfer selbst angewiesen? — So wird der einsei-tige Philosoph fragen, und in dem Walde von Be-griffen, den er Naturrecht, Recht der Menschheitnennt, hätte er auch einseitig-hypothetisch recht;alle einseitige Hypothese ist aber Lüge. Der Menschhat kein ihm eignes, isolirtes Naturrccht, das ihmaonimliiturn voAurn mit allen Geschöpfen, derSchlange re. zur Gottahnlichkeit erlaubte: er istgebohrnes Bild Gottes in der Welt Gottes, Mit-telpunkt in dieser Ordnung. So wenig der stolzeSaturn die Freyheit hat, seine gerade Bahn durchalle Himmel, wo er will, zu verfolgen: er soll von